Kräuterpädagogin
Gesundheitsberaterin

19.12.2023

Die Zirbe ein Geschenk der Natur

Pinus_cembra_auf_Felsen 1.jpgZirbe, Pinus cembra

Auch Zirbelkiefer oder Arve genannt kommt bei uns nur in den Alpen auf einer Höhe von 1.800 bis 2.400 Metern vor. Sie wächst sehr langsam und kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Die auch Königin der Alpen genannte Zirbe ist an ihrer bizarren Form schon von Weitem zu erkennen. Sie gilt als Sinnbild von ungebrochenem Lebenswillen, Stärke und Ausdauer. Im Unterschied zu anderen Kiefernarten, die nur zwei Nadeln bündeln, fasst sie 5 der langen biegsamen Nadeln zusammen. Zirbennadeln bleiben bis zu 12 Jahre am Baum und eine Wachsschicht schützt sie vor UV-Strahlung und Trockenheit. Sie blüht erst nach 40 Jahren und trägt nur alle 6 – 7 Jahre Früchte.

Die Zirbelkiefer zählt zu den frosthärtesten, zähesten und standfestesten Bäumen in der Alpenregion. An besonders heißen Sommertagen kann man einen blauen Dunst über den Zirbenwäldern beobachten. Es handelt sich um ätherisches Öl, das die Zirbe bildet, um sich vor der intensiven Sonneneinstahlung zu schützen.

Sie ist ein Pionierbaum, der sich an unwirtlichen Stellen ansiedeln kann und Geröllflächen und Boden festigt und so an der Entstehung eines schützenden Bergwaldes beteiligt ist. Die Zirbe wächst oft zusammen mit Lärchen und bildet mit dem Tannenhäher eine Lebensgemeinschaft. Futter im Gegenzug für die Verbreitung der Samen.

Sie galt früher als heiliger Baum und es ist bis heute noch ein Frevel ihr Holz als Feuerholz zu verwenden. Die Zirbe ist meist auch außerhalb von Naturschutzgebieten geschützt.

Die Volksheilkunde nutzt Zirbenharz mit Arnikaöl zur Behandlung von Knochenbrüchen und Verstauchungen. Außerdem verwendet man es in Heil- und Wund- sowie Zugsalben. Die gepressten sogenannten „Zirbennüsschen“ wurden als Heilöl bei Tuberkulose angewandt. Zirbenzapfen als Urtinktur wurde bei Magenverstimmung, Übelkeit, Schlafproblemen und Nervenschwäche verwendet. Bei Erkältungen, Sinusitis, Raucherhusten, Bronchitis, rheumatischen Beschwerden und in der Rekonvaleszenz fand das ätherische Öl Anwendung. Ein Bad aus Zirbentrieben entspannt Muskeln und Nerven. Holzfäller und Alpenbewohner kauten Zirbenharz wie Kaugummi oder Kautabak.

Aus den unreifen Zapfen wird der unvergleichliche Zirbengeist hergestellt.

Nadeln, Harz und Späne eigenen sich wunderbar als Reinigungsräucherung. Früher wurde bei den Kelten der Blütenstaub der Zapfen für den sogenannten Feuerzauber verwendet, da er leicht entzündlich ist.

Sie enthält Bitterstoffe, Wachse, ätherische Öle, Harze, Vitamin C in den Triebspitzen und in den Früchten befinden sich Spurenelemente, Mineralien, Eiweiß und Fett.

Ihr Holz hat einen unvergleichlichen und besonders angenehmen Duft, der für erholsamen Schlaf sorgt. Er verlängert nachweislich die Tiefschlafphase und reduziert die nächtliche Herzschlagfrequenz. Sie wirkt beruhigend auf das vegetative Nervensystem. Dem ätherischen Öl wird eine stabilisierende, kräftigende und mutmachende Wirkung zugeschrieben die bei Angst, depressiven Verstimmungen und Burnout hilfreich sein kann. Es wirkt schleimlösend, durchblutungsfördernd und schmerzstillend. Ihr Holz wirkt stark antibakteriell, antimykotisch und antioxidativ. Außerdem hilft Zirbenduft bei Wetterfühligkeit und hält Ungeziefer und Motten fern.

Der hohe Gehalt an Monoterpenen hilft Gerüche zu neutralisieren und zu desinfizieren.

Das Holz der Zirbelkiefer ist sehr begehrt und wird zur Möbelherstellung und zum Schnitzen von Skulpturen und Masken verwendet. Der Duft des Holzes ist auch noch nach Jahrhunderten vorhanden und die traditionellen alpenländischen Zirbenstuben haben ihr ganz eigenes Raumklima. Im Wellnessbereich werden Zirbenholz und Zirbenkissen aus den Spänen z.B. bei der Ausstattung von Hotels genutzt.

Die Zirbe ist ein weiteres wertvolles Geschenk der Natur an uns und wir sollten es mit Wertschätzung verwenden.

Dagmar - 18:08 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen





 

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